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13.09.2012
Lebenshilfe Hof zu Gast im Landtag
„Wir nehmen diese Fahrt zum Anlass, Danke zu sagen“ betonte der Geschäftsführer der Lebenshilfe Hof, Gerriet Giebermann, anlässlich der Informationsfahrt zum Bayerischen Landtag. Die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen in Stadt und Landkreis Hof hatte sich mit 50 interessierten Männern und Frauen unter Leitung von Monika Köppel-Meyer auf nach München gemacht, um sich direkt vor Ort über die Arbeit des Bayerischen Landtages zu informieren.
Die Gruppe der Lebenshilfe Hof gemeinsam mit Alexander König auf der Treppe des Maximilianeum.
Empfangen wurden die Hoferinnen und Hofer von den Landtagsabgeordneten Alexander König und Peter Meyer. „Für die offenen Hilfen der Lebenshilfe ist in den letzten Jahren viel Geld geflossen, mit dem viel bewegt werden konnte“, machte Geschäftsführer Gerriet Giebermann deutlich. Allein in den Hochfränkischen Werkstätten samt Landwirtschaft und Gärtnerei arbeiten 450 Menschen mit Behinderungen. Vielfältigste Angebote der Lebenshilfe erleichtern das Leben von Behinderten und deren Angehörigen.
Diskutiert wurde im Plenarsaal des Maximilaneums das Thema Inklusion, das die Teilnehmer der Landtagsfahrt nicht uneingeschränkt positiv bewerteten. Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch unabhängig von geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen teilhaben kann. „Im Hofer Land sind nur 10 Prozent der Schulen barrierefrei, das macht den gemeinsamen Schulbesuch von behinderten und nichtbehinderten Kindern nicht gerade einfach“, gab Pablo Schindelmann, Beirat des Vereins der Lebenshilfe, zu bedenken. Alexander König machte deutlich, dass Inklusion ein Prozess ist, der nach und nach zu Veränderungen führt. „Die Betroffenen entscheiden selbst darüber, wo sie sich wohlfühlen, und welche Angebote für sie passen“, so der CSU-Landtagsabgeordnete. Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung der Lebenshilfe hat diese einen klaren Wettbewerbsvorteil und bietet in all ihrer Vielfalt maßgeschneiderte Angebote für die unterschiedlichsten Bedürfnisse, machte Alexander König während der Diskussion deutlich.
Andrea Horn, die Elternbeiratsvorsitzende im TPZ, wünschte sich bei der Lehrerbesetzung an der Schule im Therapeutisch-Pädagogischen-Zentrum für die Zukunft mehr Planungssicherheit: „Viele junge, motivierte Lehrer müssen uns nach nur einem Jahr leider wieder verlassen. Das ist immer ein Verlust für die Schule“, so Horn. Landtagsabgeordneter Peter Meyer von den Freien Wählern machte deutlich, dass sich die Zahl der Lehrer nach der Zahl der Schüler an einer Schule richtet. „Wenn es weniger Schüler gibt, gibt es automatisch auch weniger Lehrer“, erklärte Meyer.
Bei der anschließenden Führung durch das Maximilianeum zeigten sich die Besucher aus Hof beeindruckt von der Architektur des Gebäudes und genossen den Ausblick auf die Münchner Maximiliansstraße. Das gemeinsame Abendessen mit Landtagsabgeordnetem Alexander König im Hofbräuhaus bildete den gelungenen Abschluss eines interessanten Tages.