Archiv

08.08.2012
König fordert Shuttle-Verkehr zwischen Hof und Münchberg
Die oberfränkischen CSU-Landtagsabgeordneten besuchten zusammen mit dem Präsidenten der Fachhochschule Hof Prof. Dr. Jürgen Lehmann den Hochschulstandort Münchberg.
Einige oberfränkische CSU-Abgeordnete vor der Hochschule Münchberg (v.l.n.r.): Heinrich Rudrof, Ludwig von Lerchenfeld, Professor Jürgen Lehmann, Alexander König, Gudrun Brendel-Fischer, Martin Schöffel und Bürgermeister Thomas Fein.
Die oberfränkischen CSU-Landtagsabgeordneten besuchten zusammen mit dem Präsidenten der Fachhochschule Hof Prof. Dr. Jürgen Lehmann den Hochschulstandort Münchberg.
Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Integration des ehemalig rein textilen Fachhochschulstandorts Münchberg in die Fachhochschule Hof und die damit verbundenen Herausforderungen.
So wurden ursprünglich in Münchberg europaweit sehr gefragte Textilingenieure und Textilgestalter ausgebildet. „Seit ich denken kann, waren die Absolventen der Münchberger „Webschule“ überall gefragt. Hier ist Kompetenz gewachsen und nicht nur eingesetzt worden“, lobt der Kulmbacher Abgeordnete Ludwig von Lerchenfeld die Münchberger Hochschule.
Doch die Anforderungen an die Absolventen haben sich in den letzten Jahren verändert. „Der reine Textilingenieur ist selbst in den Textilunternehmen kaum noch gefragt“, beschreibt der Hofer Abgeordnete Alexander König die Situation und verweist auf die vielen Gespräche, die er in letzter Zeit in verschiedenen Unternehmen der Region geführt hat. Demnach seien mittlerweile vielmehr Generalisten mit umfassenden Wirtschafts- und Technikkenntnissen gesucht, beispielsweise ein Wirtschaftsingenieur mit Schwerpunkt Materialwissenschaft. Die Abgeordnete Gudrun Brendel-Fischer verwies in diesem Zusammenhang auch nochmal auf die steigenden technischen Anforderungen an die Studenten. Die Hochschule reagiere aber bereits auf das sich wandelnde Anforderungsprofil, so der Hochschulpräsident. „Wir sind dabei, die Studiengänge entsprechend anzupassen und weiterzuentwickeln“, erklärt Prof. Lehmann. Nach seinen Vorstellungen soll Münchberg vor allem zu einem Innovationszentrum für Design ausgebaut werden.
Auch die Anregung des Wunsiedler Landtagsabgeordneten Martin Schöffel, die Hochschule Hof als starken Wissenschaftspartner für die ganze Region, von Münchberg bis nach Marktredwitz, auszubauen, kann Prof. Lehmann nur unterstützen. „Die Zusammenarbeit mit unseren innovativen Firmen in ganz Hochfranken hat für die Hochschule Hof Priorität“, betonte der Hochschulpräsident.
Der Münchberger Bürgermeister Thomas Fein zeigte sich dankbar, dass die derzeitigen Planungen der Hochschule Hof, auch weiterhin dem Standort Münchberg eine wichtige Rolle zuweisen. Trotzdem zeichnet sich bereits ab, dass es in Zukunft keine Studiengänge mehr geben wird, die ausschließlich in Münchberg studiert werden können. „Der Standort Münchberg muss voll in die Hochschule Hof integriert werden und die Studenten werden zwischen den Standorten auch pendeln müssen“, beschreibt Lehmann die Situation. Nach seinem Willen sollen der Forschungsschwerpunkt Materialwissenschaft in Münchberg und die Forschungsschwerpunkte Informationstechnik und Wasser in Hof ausgebaut werden. „Münchberg als Studienort muss auch weiterhin attraktiv sein. Dazu brauchen wir eine zeitgemäße Ausstattung und besondere Schwerpunkte, die Münchberg stärken“, so Alexander König.
Rund vier Millionen Euro stellt die Bayerische Staatsregierung im nächsten Doppelhaushalt für einen ersten Sanierungsschritt der insgesamt 7.000 Quadratmeter Nutzfläche in Münchberg bereit. Hochschulpräsident Lehmann schätzt die weiteren Sanierungskosten jedoch auf weitere rund acht Millionen Euro.
Ein weiteres Problem sieht Alexander König in der verbesserungswürdigen Personennahverkehrsanbindung zwischen Münchberg und Hof. „Die Hochschule braucht einen attraktiven Shuttle zwischen den beiden Standorten“, fordert Alexander König. Nach seiner Vorstellung könne dieser Shuttle dabei mit der Schülerbeförderung kombiniert werden, entsprechende Modelle seien zu prüfen.
Professor Lehmann weist außerdem noch auf die oft schwierige Wohnsituation für Studenten in Münchberg hin. „Die Studenten brauchen zeitgemäße, eingerichtete Studentenappartements. Insbesondere ausländische Studierende sind auf möblierte Appartements angewiesen“, erklärt Lehmann. Doch diese seien in Münchberg nur sehr schwer zu finden. Bürgermeister Thomas Fein nahm den Hinweis gerne auf und versprach mögliche Lösungsansätze der Stadt zu prüfen.
Abschließend dankte der Sprecher der oberfränkischen CSU-Landtagsabgeordneten, Heinrich Rudrof, Professor Lehmann für die ausführliche Führung und sicherte dem Präsidenten auch weiterhin die Unterstützung der CSU-Landtagsfraktion für die Hochschule Hof und den Standort Münchberg zu.