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07.01.2015
Schreinerausbildung muss weiter in Münchberg stattfinden!
„Mit der Arbeit vom Schreinermeister Eder und seinem Pumuckl hat unser Berufsbild schon lange nichts mehr zu tun. Schreiner arbeiten heutzutage an modernen Arbeitsplätzen mit den unterschiedlichsten Herausforderungen“, erklärte Schreinermeister Christian Rudorf CSU-Landtagsabgeordnetem Alexander König bei seinem Firmenbesuch.

Bei einem Rundgang durch die Betriebsräume und Werkstatt der Regnitzlosauer Schreinerei Herpich und Rudorf konnte sich König vom Wandel des ehemaligen reinen Handwerkers zum Raumgestalter, Planer, Designer, Kundenberater und Fertiger von Objektmöbeln selbst überzeugen. Der Landtagsabgeordnete zeigte sich vor allem vom modernen, computergesteuerten Maschinenpark der Schreinerei Herpich und Rudorf beeindruckt, in dem von 17 Mitarbeitern unter anderem mit neuester Lasertechnik Möbel mit fugenloser Kantenverarbeitung gefertigt werden können. „Ich werbe an den Schulen in Stadt und Landkreis Hof für unseren Beruf, da wir sehr viel Wert auf die Ausbildung von qualifiziertem Schreinernachwuchs legen“, machte Christian Rudorf, der in der Vorstandschaft und als Prüfungsvorsitzender der Schreinerinnung Hof-Wunsiedel tätig ist, deutlich. Umso mehr ärgert sich der Schreinermeister und staatlich geprüfte Form- und Raumgestalter über die Verlegung des zweiten Berufsschuljahres der örtlichen Schreiner von der Berufsschule Münchberg nach Bayreuth. „Unsere Innung wurde zu spät über die nicht ausreichenden Schülerzahlen in Münchberg informiert. Zu einem früheren Zeitpunkt hätten wir unsere Werbemaßnahmen für die Ausbildung noch einmal verstärken und sicherlich genügend Berufsschüler in Münchberg anmelden können. Jetzt stehen wir vor vollendeten Tatsachen und müssen unsere Lehrlinge gezwungener Maßen nach Bayreuth schicken“, ärgert sich Christian Rudorf. Für die Lehrlinge aus Stadt und Landkreis Hof, die altersentsprechend noch keinen Führerschein haben, ist die Fahrt nach Bayreuth schwierig zu organisieren. CSU-Landtagsabgeordneter und Kreisrat Alexander König versprach, zusammen mit Landrat Dr. Oliver Bär und der Berufsschulleitung nach Lösungen zu suchen, die Verlagerung von Münchberg nach Bayreuth in Zukunft zu verhindern. „Vor allem muss auch die Kommunikation zwischen Berufsschule und Schreinerinnung verbessert werden, um künftig besser planen zu können“, so König. Ein weiteres Anliegen, dass Christian Rudorf und sein Vater Hans Walter Rudorf beim Betriebsbesuch von Alexander König vorbrachten, beschäftigte sich mit Ausschreibungen und Auftragsvergaben durch die Kommunen: „Die Aufträge der Kommunen sind meistens so umfangreich, dass sie europaweit ausgeschrieben werden müssen. Oft genug erhalten dann nicht die örtlichen Handwerker den Zuschlag, sondern Firmen von irgendwoher, deren Arbeit und Ruf niemand kennt.“ Das deutsche Ausschreibungsrecht sieht vor, dass das günstigste Angebot den Zuschlag erhalten muss. Dass die Rechnung der unbekannten Fremdfirmen am Ende oft genug vom Angebotspreis abweicht, weil die Leistungen gar nicht zu den Billigpreisen erfolgen können, und auch die abgelieferte Arbeit im Nachhinein oft viel Ärger und Kosten verursacht, spielt bei der Auftragsvergabe nach deutschem Ausschreibungsrecht erstmal keine Rolle. Dabei hätten die Kommunen bei ihren Ausschreibungen durchaus die Möglichkeit, die Aufträge in kleineren Einheiten zu vergeben und so nur auf regionaler Ebene Angebote einholen und vergleichen zu können. „Die örtlichen Handwerker haben einen Ruf zu verlieren. Gerade bei kommunalen Projekten geben die einheimischen Betriebe ihr Bestes, weil sie es sich gar nicht leisten können, schlampig zu arbeiten. Fremdfirmen, die von irgendwoher in Deutschland kommen, kümmern sich nicht um die Folgen ihrer Arbeit für kommunale oder private Folgeaufträge“, so Hans Walter und Christian Rudorf, die die Problematik bereits mit einigen Bürgermeistern in der Region besprochen haben. Auch die Auswirkungen des Fördergefälles und unterschiedlichen Lohnniveaus zwischen Ost und West spüren die Handwerksbetriebe der Grenzregion 25 Jahre nach dem Mauerfall immer noch. „Betriebe aus Ostdeutschland übernehmen in unserer Region viele Aufträge. Westdeutsche Handwerker kommen im benachbarten Thüringen und Sachsen dagegen kaum zum Zug“, bedauern die Regnitzlosauer Schreiner. Für Landtagsabgeordneten Alexander König sind diese Erfahrungen ein weiterer Beleg dafür, dass nach wie vor ein Ungleichgewicht in der Grenzregion herrscht und das Hofer Land auch weiterhin besonderer Unterstützung bedarf: „Stadt und Landkreis Hof leben von den tüchtigen und innovativen Handwerksbetrieben, die wie die Schreinerei Herpich und Rudorf ausbilden und in die Zukunft investieren. Sie verdienen jede Unterstützung“, machte CSU-Landtagsabgeordneter Alexander König nach seinem Betriebsbesuch in Regnitzlosau deutlich.