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17.09.2014
König spricht mit regionalem Postvertreter
Nachdem sich CSU-Landtagsabgeordneter Alexander König in einem Schreiben an die Deutsche Post AG gewandt und die für den ländlichen Raum negative Standortpolitik kritisiert hat, kam der zuständige regionale Politikbeauftragte der Deutschen Post, Hugo Scheuenpflug, jetzt zu einem Gespräch mit Alexander König nach Bad Steben.

Dabei erneuerte der Landtagsabgeordnete seine Kritik an der Schließung von Postfilialen samt Postfächern im Hofer Land. „Für unseren Wirtschaftsstandort stellt es einen großen Nachteil dar, wenn die Postagentur und die Postfächer für Geschäftskunden nicht mehr vor Ort zu erreichen sind. Besonders negativ ist zu bewerten, wenn dadurch die Postsendungen erst am Nachmittag bei unseren Unternehmen ankommen und deshalb nicht mehr am gleichen Tag bearbeitet und weiter versendet werden können“, erklärte Alexander König die Wettbewerbsnachteile, die mit mangelhafter Postversorgung auf dem Land einhergehen. Hugo Scheuenpflug machte in dem Gespräch deutlich, dass die Post AG keine eigenen Postfilialen mehr betreibt und ausschließlich auf Partner vor Ort angewiesen ist, die die Agenturen betreiben. „Unsere Partner sind vor allem Einzelhändler wie Schreibwarengeschäfte oder Lebensmittelhändler, die in ihren Räumen einen Postschalter mit betreiben“, erklärte Scheuenpflug Landtagsabgeordnetem Alexander König. Wenn sich in einem Ort kein Partnerbetrieb mehr findet, bedeutet das unweigerlich eine gravierende Einschränkung des Postangebotes. „Das liegt selbstverständlich nicht in unserem Interesse. Die Deutsche Post ist durch eine Rechtsverordnung verpflichtet, in der Fläche vertreten zu sein“, stellte der regionale Politikbeauftragte klar. Hugo Scheuenpflug betonte außerdem, dass die Post große Anstrengungen unternimmt, Nachfolger zu finden, sobald sich abzeichnet, dass ein Partnerbetrieb den Postschalter aufgibt: „Sie können sicher sein, dass wir Klinken putzen gehen und nichts unversucht lassen.“ Am Ende liegt es jedoch nicht in der Hand der Deutschen Post AG, ob sich ein selbstständiger Unternehmer bereit erklärt, eine Postagentur in seinen Räumlichkeiten zu betreiben oder nicht. Von der jeweiligen Raumsituation sei abhängig, ob in der Agentur eine Postfachanlage für Geschäftskunden vorgehalten werden kann. Landtagsabgeordneter Alexander König machte deutlich, dass die Breitbandversorgung in Zukunft für die Entwicklung und das Überleben des ländlichen Raumes ebenso entscheidend sein wird wie die zuverlässige Postversorgung oder die Versorgung mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs. „Unsere Gemeinden stehen im Wettbewerb um die beste Infrastruktur. Standortvorteile sind nicht mehr nur die Verkehrsanbindung oder ein attraktives Gewerbegebiet. Die Kommunen müssen sich künftig auch um vermeintlich selbstverständliche Dinge wie den Postschalter im Ort kümmern, um Betriebe ansiedeln und halten zu können“, so die Einschätzung von Alexander König.