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03.06.2012
Zukunftswerkstatt Hofer Land: Spielhallen - Gefahr und Geldquelle?
Über die Frage ob Spielhallen eine Gefahr oder einfach nur eine Geldquelle für Kommunen darstellen diskutierte die Zukunftswerkstatt Hofer Land in Naila. Mehr als 50 interessierte Bürger waren der Einladung des Hofer Landtagsabgeordneten Alexander König gefolgt.
Die Abwägung „Geldquelle oder Gefahr" konnte der Münchberger Bürgermeister Thomas Fein, der als Vertreter der Kommunalpolitik an der Diskussion teilnahm, nicht abschließend beantworten. „Fakt ist, dass eine Spielhalle allemal besser ist als ein Leerstand. Trotzdem versuchen wir die Zahl der Spielhallen in Münchberg nicht explodieren zu lassen", so Thomas Fein.

Karl Graß, Automatenaufsteller und Spielhallenbetreiber, stellte die strengen gesetzlichen Vorschriften und Auflagen dar. „Das eigentliche Problem sind die großen ‚industriellen‘ Spielhallen. Bei uns kennt der Betreiber seine Spieler und kann im Notfall eingreifen", erklärt Graß. Außerdem seien die Automaten gedeckelt, so dass ein Spieler maximal 80 Euro in der Stunde verlieren könne.

Dass diese Maßnahmen allerdings trotzdem nicht immer greifen erklärt Alexander Höme, Leiter der Suchtberatung der Diakonie Hochfranken. Nach seiner Darstellung gibt es einen Zusammenhang zwischen Sucht und Angebot. Er räumt allerdings auch ein, dass die kleinen Spielhallen oft nur „Einstiegsdroge" sind. „Problematisch wird es, wenn die Spieler in die großen Kasinos wie Bad-Steben oder nach Tschechien gehen. Dort sind die Limits deutlich höher", so Höme.

Die zahlreichen Wortmeldungen in der anschließenden, offenen Diskussion lassen auf ein großes Interesse zu diesem Thema schließen. „Uns ist wichtig alle Seiten an einen Tisch zu holen. Nur so lassen sich aufkommende Probleme lösen", so Alexander König abschließend.