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17.08.2012

König will Dachmarke für Kurort Bad Steben

Neues Förderprogramm zur Steigerung der medizinischen Qualität in Kurorten und Heilbädern

Die Bayerische Staatsregierung hat ein neues Förderprogramm zur Steigerung der medizinischen Qualität in Kurorten und Heilbädern aufgelegt. Der Hofer Landtagsabgeordnete Alexander König hatte aus diesem Grund zu einem runden Tisch „Kurort Bad Steben“ eingeladen, um einen möglichen gemeinsamen Förderantrag zu initiieren.

Dr. Gerhard Klein stellt die Forschungsergebnisse des Kurortforschungsvereins vor.
„Unser Ziel sollte es sein Bad Steben mit einem unverwechselbarem Leitthema auf dem Gesundheitsmarkt zu positionieren“, schlug Alexander König vor.
Hintergrund des Förderprogramms sind die in ganz Bayern stark gesunkenen Kurgast-Zahlen. „Mitte der 90er Jahre gab es noch rund 900.000 ambulante Badekuren in Bayern, heute sind es gerade mal 80.000. Auch in Bad Steben ist dieser Rückgang spürbar“, beschreibt Alexander König eingangs die Situation. Der Grund für den enormen Rückgang liegt vor allem darin, dass die Kur heute überwiegend privat finanziert wird und kaum mehr Zuteilungen über die Krankenkassen mehr stattfinden. „Wir konkurrieren dadurch auch mit Kurorten in Tschechien und Österreich“, erklärt Alexander König.
Zunächst stellte Dr. Gerhard Klein vom Kurortforschungsverein den über zwanzig Ärzten, Klinik-Chefs, Gemeinderatsmitgliedern und Kurvereinsmitgliedern des Bayerischen Staatsbads Bad Steben seine jüngsten Ergebnisse zu möglichen Anwendungen und deren Vermarktung vor. In vier wissenschaftlich anerkannten Studien legt der renommierte Facharzt eindrucksvoll den vergleichsweise hohen Wirkungsgrad der Heilmittelkombination aus Radon, Kohlensäure und Moor dar. „Mit dieser Kombination hat Bad Steben ein Alleinstellungsmerkmal. Wir sind damit einzigartig in Westeuropa“, hebt Dr. Klein hervor.
Defizite macht Dr. Klein nur bei der Vermarktung dieser Anwendungen aus. „Radon-Behandlungen haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Wir müssen alle Kurtreibenden in Bad Steben entsprechend schulen und die Gäste umfassend informieren“, so Dr. Klein. Ein weiterer Schritt sind entsprechende Veröffentlichungen der Forschungsergebnisse in der Fachpresse. „Nur ein Arzt, der selber von diesem Produkt überzeugt ist, wird es auch verschreiben“, sagte Dr. Klein.
Ein erster Ansatz für Bürgermeister Bert Horn. „Die Forschung des Kurortforschungsvereins ist für uns sehr wichtig und könnte mit dem Förderprogramm jetzt auch unterstützt werden“, so Horn. Aber auch im organisatorischen Bereich sieht Horn noch Möglichkeiten. So könne eine anwendungsbezogene Anlaufstelle zum „Lotsen im Kurort“ ausgebaut werden oder ortsansässige Ärzte zu Kur- und Badeärzten weitergebildet werden.
Einigkeit herrschte bei allen Anwesenden sehr schnell darüber, dass man die in Bad Steben vorhandenen Kompetenzen noch viel stärker bündeln müsse und einen gemeinsamen Weg gehen solle. „Die Gäste kommen meist mit verschiedenen Leiden. Hier könnten die verschiedenen Kliniken und die kleinen Häuser Hand in Hand arbeiten“, schlägt die Vorsitzende des Kurvereins, Petra Lessner, vor.
Dr. Gerhardt Klein verwies darauf, dass vor allem ältere Patienten Probleme mit ihrem Bewegungsapparat und  ihrem Herz-Kreislauf-System hätten. Diese Beschwerden könnten mit den in Bad Steben vorhandenen Heilmitteln wesentlich günstiger als medikamentös behandelt werden. Dr. Johannes Wilkens schlägt vor, den Oberbegriff Schmerz als Leitthema ins Auge zu fassen. „Möglicherweise sind wir bisher mit unseren Kurmitteln zu abstrakt umgegangen und haben es versäumt spezielle Zielgruppen anzusprechen“, hinterfragte Kurarzt Dr. Hans-Hermann Singer die bisherige Ausrichtung des Bad Stebener Therapieangebotes.
Am Ende der zweistündigen Diskussion zeigte sich der Initiator des Gesprächs, Alexander König, mit dem Verlauf des Gesprächs sehr zufrieden. „Klar ist, dass die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Kliniken, Bad und Kurbetrieben noch stark verbesserungsfähig ist. Unser erstes Gespräch hat aber auch deutlich gemacht, dass wir uns gemeinsam auf die Suche nach der für Bad Steben am besten zu vermarktenden Dachmarke begeben müssen. Die Voraussetzungen sind hervorragend, sie müssen nur genutzt werden“, so Alexander König nach dem Treffen. Die Anwesenden waren sich einig den Diskussionsprozess fortzusetzen, um ein schlüssiges Gesamtkonzept zu entwickeln. Zu diesem könnte der Freistaat Bayern bis zu 200.000 Euro über das neue Förderprogramm beisteuern.