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30.09.2014

Bürgermeister besichtigen künftige Biomüllvergärung

Die Energiewende innovativ in die Tat umsetzen, das gelingt am Industriestandort Rehau mit dem Bau einer völlig neuartigen Bioabfallvergärungsanlage. Davon überzeugten sich die CSU-Bürgermeister aus Stadt und Landkreis Hof und Landrat Dr. Oliver Bär auf Einladung von CSU-Landtagsabgeordnetem Alexander König bei einer Baustellenbesichtigung der Anlage, die von der rsb Bioverwertung Hochfranken GmbH in Rehau gebaut und betrieben wird.

Die Biogasanlage wird Ende dieses Jahres in Betrieb gehen und ist ein wichtiger Baustein des „Bioenergiezentrums Hochfranken“. In diesem Verbundprojekt liefern bereits eine Bioenergieanlage zur Vergärung industrieller Nebenprodukte, eine Biogasanlage sowie ein Industriekraftwerk Wärme und Strom. Mit der Fertigstellung der Bioabfallvergärungsanlage liefert das Bioenergiezentrum Hochfranken einen Stromanteil von rund 40 Prozent des Industriestandortes Rehau aus regenerativen Quellen. Damit wird Rehau als eine der ersten Kommunen mit hoher industrieller Dichte die Vorgaben der Bundesregierung zur Energiewende erfüllen: bis 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch auf mindestens 35 Prozent gesteigert werden. „Wir liegen voll im Zeitplan. Spätestens Ende November startet der Probebetrieb der Biogasanlage und ab 1. Januar 2015 werden sämtliche Bioabfälle aus der Stadt Hof und den Landkreisen Hof und Wunsiedel in Rehau zu Biogas vergärt“, erklärte Reinhard Dietel, der Geschäftsführer der RSB Bioverwertung Hochfranken GmbH, den CSU-Kommunalpolitikern. Die GmbH wurde von den ortsansässigen Firmen Rehau AG, Südleder und Böhme gegründet, die wiederum die Rehau Energy Solutions GmbH mit dem Bau der komplexen und neuartigen Anlage beauftragt haben. Eine Besonderheit der neuen Bioabfallvergärungsanlage am Standort Rehau ist die besonders sorgfältige vorgeschaltete Abfallaufbereitung. Sofort nach Anlieferung der Bioabfälle werden Störstoffe wie Metall, Kunststoff oder Glas von den reinen Bioabfällen getrennt. Damit wird eine bis zu 99,5 prozentige Reinheit des Gärrestes erzielt, der dann wiederum direkt der Kompostierung oder der Erzeugung von Brennstoffpellets dienen soll. Die Abfallaufbereitung erfolgt nahezu geruchslos und findet in einer geschlossenen Halle statt, in der die LKW den Biomüll direkt anliefern können und die selbstverständlich über eine Abluftreinigung verfügt. „In der Anlage können pro Jahr etwa 30 000 Tonnen Bioabfall verarbeitet werden. Das produzierte Biogas treibt Gasmotoren an, die jährlich 19 500 Megawattstunden Energie erzeugen“, so rsb Geschäftsführer Reinhard Dietel. Durch ein mehrstufiges, patentiertes Nassgärungsverfahren wird eine intensive Vergärung der Bioabfälle garantiert, womit die Gasausbeute der neuen Rehauer Anlage am Ende 25 bis 30 Prozent höher ist als bei bestehenden Verfahren. Durch die hohe Industriedichte am Standort Rehau kann die entstehende Energie zu 100 Prozent lokal genutzt werden. Auch die gemeinsame Nutzung des Leitungsnetzes der benachbarten Bioenergieanlage der Firma Südleder bringt weitere Vorteile bei der Versorgung der Endabnehmer mit sich und zeichnet das Bioenergiezentrum Hochfranken in Rehau aus. Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und Landrat Dr. Oliver Bär unterstützen den Betrieb der neuen Biogasanlage in Rehau und halten es für zukunftsweisend, dass der Biomüll dort, wo er entsteht, einer sinnvollen Wiederverwertung zugeführt wird. „Das ist sicherlich auch ein Grund dafür, warum sich Kommunalpolitiker aus anderen Regionen Deutschlands das Rehauer Projekt bereits angeschaut haben“, meinte Rehaus Bürgermeister Michael Abraham, der das Leuchtturmprojekt als einen Glücksfall für seine Stadt bezeichnet. „Die praktische Umsetzung der Energiewende am Standort Rehau ist vorbildlich und richtungsweisend. Wieder einmal sind es unsere innovativen heimischen Unternehmen, die für eines der drängendsten Probleme, die künftige Energieversorgung, Lösungen anbieten und so deutschlandweit vorangehen“, unterstrich CSU-Landtagsabgeordneter Alexander König bei der Baustellenbesichtigung in Rehau.        

Das Bild zeigt die CSU-Bürgermeister zusammen mit Landrat Dr. Oliver Bär, Landtagsabgeordneten Alexander König und Geschäftsführer Reinhard Dietel.